{"id":337,"date":"2023-10-12T15:58:23","date_gmt":"2023-10-12T15:58:23","guid":{"rendered":"https:\/\/kmathf.de\/Home\/?page_id=337"},"modified":"2023-10-12T16:44:46","modified_gmt":"2023-10-12T16:44:46","slug":"standards-zur-akkreditierung-von-wirtschaftsmathematik-studiengaengen-an-deutschen-universitaeten","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/kmathf.de\/Home\/kmathf\/kmathf-standpunkte\/standards-zur-akkreditierung-von-wirtschaftsmathematik-studiengaengen-an-deutschen-universitaeten\/","title":{"rendered":"Standards zur Akkreditierung von Wirtschaftsmathematik-Studieng\u00e4ngen an deutschen Universit\u00e4ten"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-text-align-center wp-block-paragraph\">verabschiedet auf dem Workshop \u201eWirtschaftsmathematik\u201c am 21.11.03 an der TU Clausthal<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">I.\u00a0Einleitung<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Seit \u00fcber 25 Jahren gibt es den Studiengang Wirtschaftsmathematik in Deutschland. Er hat sich neben der Technomathematik als ein anwendungsorientierter Studiengang etabliert, der seine Absolventen und Absolventinnen in besonderer Weise auf die Anforderungen des Arbeitsmarktes vorbereitet. Typische&nbsp; Berufsfelder und Branchen f\u00fcr Wirtschafts\u00admathematiker\/\u00ad-innen sind au\u00dferordentlich weit gestreut. Es geh\u00f6ren dazu Banken und Versicherungen ebenso wie Beratungs- oder Software-Firmen und allgemein Aufgaben in Planung und Organisation von Logistik, Produktion und Vertrieb. Wirtschaftsmathematik steht dabei in Konkurrenz zu den benachbarten Studieng\u00e4ngen Informatik und Wirtschaftswissenschaften. Veranstaltungen aus beiden Bereichen geh\u00f6ren zum Programm der Wirtschaftsmathematik, der Charakter des Studiengangs wird aber durch die Mathematik gepr\u00e4gt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wirtschaftsmathematik wird heute an \u00fcber&nbsp; 30 Standorten in Deutschland mit unterschiedlichen Auspr\u00e4gungen angeboten. Die Unterschiede an den verschiedenen Standorten betreffen vor allem die Schwerpunktsetzung in den mathematischen F\u00e4chern sowie die Gewichtung der Nebenf\u00e4cher Wirtschaftswissenschaften und Informatik. Darin spiegeln sich die unterschiedlichen Interpretationen des Namens \u201eWirtschaftsmathematik\u201c, aber auch die unterschiedlichen m\u00f6glichen Orientierungen von Absolventen und Absolventinnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine Vielfalt in der Ausgestaltung der Studieng\u00e4nge ist sicher w\u00fcnschenswert, auf der anderen Seite muss aber auch sichergestellt sein, dass der Abschluss \u201eWirtschaftsmathematik\u201c mit einer gewissen Qualit\u00e4tsgarantie versehen ist. Dazu m\u00fcssen u.a. Mindestanforderungen&nbsp; bez\u00fcglich der Studieninhalte erf\u00fcllt sein. In Zukunft sollen derartige Standards bei der Akkreditierung der Studieng\u00e4nge \u00fcberpr\u00fcft werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der j\u00e4hrlich stattfindende \u201eWorkshop Wirtschaftsmathematik\u201c<a><\/a><a href=\"http:\/\/kmathf.math.uni-bielefeld.de\/standpunkte\/AkkreditierungsStandards.html#_ftn1\"><sup>[1]<\/sup><\/a>, als Vertretung der wirtschaftsmathematischen Studieng\u00e4nge in Deutschland, hat daher&nbsp; bei seinem Treffen im&nbsp; November 2002 an der TU Darmstadt beschlossen, entsprechende Standards zu erarbeiten. Dazu wurde von der TU Darmstadt eine Umfrage zu den fachlichen Mindestanforderungen unter allen Universit\u00e4tsstandorten, die Wirtschaftsmathematik anbieten, durchgef\u00fchrt. Auf Basis der Umfrageergebnisse wurde bei dem folgenden Treffen im November 2003 an der TU Clausthal die hier vorgelegten Standards diskutiert und beschlossen. Sie sollen als eine Richtschnur f\u00fcr zuk\u00fcnftige Akkreditierungen des fachlichen Teils der Wirtschaftsmathematik dienen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Standards sollen \u00fcber die Fachgesellschaften ver\u00f6ffentlicht und den Akkreditierungsagenturen zur Kenntnis gebracht werden.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">II.\u00a0Die Standards f\u00fcr Wirtschaftsmathematik<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Rahmen dieser Standards&nbsp; werden die folgenden&nbsp; Gr\u00f6\u00dfen genauer spezifiziert :<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;die fachlichen&nbsp;<strong>Studienbestandteile<\/strong>&nbsp;in Form grober Kategorien<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">2.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;die&nbsp;<strong>Zuordnung<\/strong>&nbsp;typischer mathematischer Veranstaltungen zu den Studienbestandteilen und die Festlegung von&nbsp;<strong>Pflichtveranstaltungen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">3.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;die&nbsp;<strong>zeitlichen Anteile<\/strong>&nbsp;dieser Studienbestandteile am Gesamtstudienumfang.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">II.1.\u00a0Studienbestandteile<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Lehrveranstaltungen werden folgenden Kategorien zugeordnet:<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table><tbody><tr><td><strong>M<\/strong><\/td><td>Mathematische Grundlagenf\u00e4cher<\/td><\/tr><tr><td><strong>WM<\/strong><\/td><td>Wirtschaftsmathematische Schwerpunktf\u00e4cher<\/td><\/tr><tr><td><strong>W<\/strong><\/td><td>Wirtschaftswissenschaften<\/td><\/tr><tr><td><strong>I<\/strong><\/td><td>Informatik<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">II.2.\u00a0Zeitliche Anteile der Studienbestandteile<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ziel dieser Festlegungen ist es, einerseits den mathematischen Charakter des Studiengangs sicherzustellen, andrerseits den Anwendungsbezug zu garantieren, der besonders durch die Nebenf\u00e4cher hergestellt wird. Der zeitliche Umfang wird in der Regel in ECTS-Punkten zu messen sein.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table><tbody><tr><td><strong><br><\/strong><\/td><td><strong>zeitlicher Anteil am Gesamtstudienumfang<\/strong><sup>1)<\/sup><\/td><\/tr><tr><td><strong>M<\/strong><\/td><td>&nbsp;&nbsp;&nbsp; 25-35 %&nbsp;<sup>2)<\/sup><\/td><\/tr><tr><td><strong>WM<\/strong><\/td><td>&nbsp;&nbsp;&nbsp; 25-35 %&nbsp;<sup>2)<\/sup><\/td><\/tr><tr><td><strong>W<\/strong><\/td><td>&nbsp;&nbsp;&nbsp; 20-30 %&nbsp;<sup>3)<\/sup><\/td><\/tr><tr><td><strong>I<\/strong><\/td><td>&nbsp;&nbsp;&nbsp; 10-25 %&nbsp;<sup>3)<\/sup><\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><sup>1)&nbsp;<\/sup>&nbsp;ohne Ber\u00fccksichtigung der Abschlussarbeit<br><sup>2)&nbsp;<\/sup>&nbsp;<strong>M<\/strong>&nbsp;+&nbsp;<strong>MW<\/strong>&nbsp;sollten mindestens 55 % des Studienumfangs ausmachen<sup><br>3)&nbsp;<\/sup>&nbsp;<strong>W<\/strong>&nbsp;sollte mindestens&nbsp; so gro\u00dfes Gewicht haben wie&nbsp;<strong>I<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die\u00a0<strong>Abschlussarbeit<\/strong>\u00a0wird in Mathematik oder mit einem mathematisch orientierten Thema in\u00a0 Wirtschaftswissenschaften oder Informatik geschrieben.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">II.3.\u00a0Zuordnung von mathematischen Studienf\u00e4chern zu den Lehrveranstaltungskategorien,<br>Bestimmung von Pflichtveranstaltungen<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die folgenden Aufz\u00e4hlungen von Lehrveranstaltungen sind nicht abschlie\u00dfend gemeint, sondern k\u00f6nnen je nach den \u00f6rtlichen Gegebenheiten erweitert werden.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table><tbody><tr><td><strong>Grundlagenf\u00e4cher&nbsp;&nbsp;&nbsp; M<\/strong><\/td><\/tr><tr><td><br>Analysis I, II, III<br>Lineare Algebra I, II<br>Numerische Mathematik<br>Differentialgleichungen<br>Funktionentheorie<br>Funktionalanalysis<br>Algebra<br>Zahlentheorie<br>&nbsp;\u2026<\/td><\/tr><tr><td><strong>Pflichtveranstaltungen<\/strong>&nbsp;sollten im Grundstudium mindestens umfassen: \u00b7&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Analysis I, II \u00b7&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Lineare Algebra I \u00b7&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;sowie eines der Gebiete<br>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Numerische Mathematik&nbsp;&nbsp; oder&nbsp;&nbsp;&nbsp; Differentialgleichungen<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table><tbody><tr><td colspan=\"4\"><strong>Wirtschaftsmathematische Schwerpunktf\u00e4cher WM<\/strong><\/td><\/tr><tr><td><strong>WM.I<\/strong>&nbsp; \u201eStochastische Modelle und Methoden\u201c<\/td><td><strong>WM.II<\/strong> &nbsp;\u201eOptimierung \/ Operations Research\u201c<\/td><td><strong>WM.III<\/strong>&nbsp; \u201eFinanz- und Versicherungs\u00admathematik\u201c<\/td><td><strong>WM.IV<\/strong>&nbsp; \u201eWeitere wirtschaftsmath.<br>Vertiefungsf\u00e4cher\u201c<\/td><\/tr><tr><td>Wahrscheinlichkeits-theorie<br>Statistik<br>Stoch. Prozesse<br>Stoch. Simulation<br>Zeitreihenanalyse<br>Bediensysteme Entscheidungstheorie<br>Math.Spieltheorie<br>\u2026<\/td><td>Lineare Optimierung<br>Diskrete Optimierung<br>Nicht-lin. Optimierung<br>Dyn. Optimierung<br>Kontrolltheorie<br>\u2026 &nbsp;<\/td><td>Finanzmathematik<br>Versicherungsmathe\u00ad\u00admatik<br>Risikotheorie<br>Computational Finance<br>\u2026.<\/td><td>Graphentheorie<br>Kombinatorik<br>Kryptographie<br>&#8230;<\/td><\/tr><tr><td colspan=\"4\"><strong>Pflichtveranstaltungen&nbsp;<\/strong>&nbsp;sollten mindestens sein<strong>&nbsp;:<\/strong> \u00b7&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;je eine Lehrveranstaltung aus den Bereichen:&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<strong>WM.I<\/strong>&nbsp;&nbsp;&nbsp;und&nbsp;&nbsp;&nbsp;<strong>WM.II<\/strong> \u00b7&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;sowie Vertiefungen in zwei der Gebiete:&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<strong>WM.I&nbsp;&nbsp;&nbsp; \u2013&nbsp;&nbsp; WM.IV<\/strong><\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">II.4.\u00a0Wirtschaftswissenschaften und Informatik<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In den Wirtschaftswissenschaften und der Informatik sollen die Studierenden der Wirtschaftsmathematik einen \u00dcberblick \u00fcber die Grundfragestellungen, die Begriffe und Methoden des Faches erhalten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Angesichts der steigenden Bedeutung, die die Informatik gerade auch f\u00fcr die Wirtschaftsmathematik erh\u00e4lt, sollte ein Mindestumfang von 10 % am Gesamtumfang nicht unterschritten werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dabei ist das Fach \u201eWirtschaftsinformatik\u201c je nach den Gegebenheiten des Standorts der Informatik oder den Wirtschaftswissenschaften zuzuordnen.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">II.5.\u00a0Zust\u00e4ndigkeiten und Federf\u00fchrung<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Zust\u00e4ndigkeit f\u00fcr die Ausf\u00fcllung der mathematischen Bereiche M und WM sollte im Fach Mathematik liegen, die f\u00fcr W bzw. I in Wirtschaftswissenschaften bzw. Informatik.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Verantwortung f\u00fcr den ganzen Studiengang sollte bei der Mathematik liegen.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a><\/a><a href=\"http:\/\/kmathf.math.uni-bielefeld.de\/standpunkte\/AkkreditierungsStandards.html#_ftnref1\"><sup>[1]<\/sup><\/a>&nbsp;siehe auch www.wimath.de<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>verabschiedet auf dem Workshop \u201eWirtschaftsmathematik\u201c am 21.11.03 an der TU Clausthal I.\u00a0Einleitung Seit \u00fcber 25 Jahren gibt es den Studiengang &hellip; <\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":86,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-337","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/kmathf.de\/Home\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/337","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/kmathf.de\/Home\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/kmathf.de\/Home\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kmathf.de\/Home\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kmathf.de\/Home\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=337"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/kmathf.de\/Home\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/337\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":338,"href":"https:\/\/kmathf.de\/Home\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/337\/revisions\/338"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kmathf.de\/Home\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/86"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/kmathf.de\/Home\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=337"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}